Grillen ohne schlechtes Gewissen!    Rezept drucken

14.06.2011

Grillen ohne schlechtes Gewissen

Feuer frei!

Eigentlich brauchen wir ja keinen Kalender, um zu wissen, welche Jahreszeit wir haben: Es ist Sommer, und wir riechen es schon von weitem. Der Nachbar vorne in 2b grillt schon am Vormittag. Wahrscheinlich seine Erklärung, das erste Bier bereits kurz nach dem Morgenkaffee zu köpfen. Nur zum Ablöschen, versteht sich. Klar. Je nach dem, ob man sich durch das Frühjahr geschlemmt, oder geschlankt hat, kommen doch nach den ersten Grillabenden zweifel auf: Geht die Dauerzufuhr von Nürnberger und Thüringer Spezialitäten auf Sicht konform mit dem Wunsch eines knackigen Körpers am Strand?

Diese Frage kann man getrost mit einem ambivalenten Jein beantworten. Werden die Steaks und Bratwürste konsequent mit einem Kartoffelsalat mit Mayonaise-Kombination sowie einer Variation von Fertigsaucen begleitet, lautet die Antwort: Bitte addieren Sie zu ihrer aktuellen Kleidergröße zwei bis drei Nummern hinzu. Bei einem anhaltenden Hoch sollte die Zeltabteilung im Kaufhaus Deines Vertrauens angesteuert werden.


Aber, und zum Glück gibt es dieses Wort an dieser Stelle auch in einem positiven Kontext, gehört Grillen zu unserem Sommerlebensgefühl dazu. Raus gehen, Grill anwerfen, Fachsimpeleien, welcher Grill der bessere wäre. Was gibt es schöneres, als die Vorfreude auf das Grillgut, die legere Art des Essens. Eine große Runde, die zusammenkommt. Am liebsten jeden Abend, Grillen ist einfach herrlich unkompliziert.

Beweise Deine Fantasie und bewirte Freunde und Familie nicht mit Schweinereien, sondern mit Huhn, Pute und Rindersteak. Übrigens: Wer die Haut an seinem Hühnchen entfernt, sollte das Fleisch in Alufolie wickeln, sonst wird es zu trocken. Fleisch sollte immer selbst eingelegt werden, dann weißt Du auch, wie viel Öl verwendet wurde. Über Nacht im Kühlschrank lagern, am nächsten Tag genießen. Macht Spaß und erhöht die Vorfreude. Geheimtipp: Buttermilch ist ein hervorragender Fleischzartmacher. Auf zu neuen Ufern gilt auch am Grill. Wer nicht auf sein Steak verzichten mag, kann Straussenfleisch versuchen, eine fettarme Alternative.

Aber das Fleisch ist nur die eine Seite der Grill-Medaille, die nach einem gelungenen Fest verliehen wird. Wenn Du es schaffst, auch die anderen Partner zu integrieren, dann wirst Du der wahre Meister. Dem Fleisch eine Solovorstellung auf dem Rost zu gewähren, darüber bist Du längst hinaus.

Grillen und Salat

Das Gemüse

Grillen lassen sie alle Gemüsesorten, manche eben besser, als andere. Welche das sind, ist bekanntlich Geschmackssache. Was immer gut geht, sind Maiskolben. Diese sollten vorher in gezuckertem Wasser vorgekocht werden, um die Garzeit zu reduzieren. Das ist wichtig, da das andere Gemüse meist sehr schnell durch ist. Dasselbe gilt für Kartoffeln, die mit einem Kräuterquarkdip zum Genuss werden. Ein Klassiker ist die Trias von Tomate, Aubergine und Zucchini. Hier kann gespielt werden: Entweder mit Olivenöl eingepinselt und gewürzt auf den Rost, oder in einer Marinade eingelegt in der Aluschale. Sehr gut kommen auch gefüllte Champignons an, die durch den hohen Wassergehalt lange knackig bleiben.
Eine Stufe raffinierter wird es, wenn Gemüse gefüllt und in einem Alupäckchen geschmort wird. Zum Füllen eigenen sich Käsesorten wie Fetakäse oder Mozzarella, damit auch hier nicht dauernd Fleisch ins Grillspiel kommt. Ein solides Starterpaket beinhaltet gewürfelte Tomaten und Zucchini, Fetakäse, frische Kräuter, grobes Meersalz und einen kleinen Löffel Olivenöl. Alles in die eingeölte Alufolie wickeln und zwanzig Minuten auf den Grill legen.

Exotisch wird Gemüse in einer Marinade aus Thaigras und Kokosmilch. Das spart obendrein noch Kalorien. Wer sich steigern möchte, kann auch Spargel alternativ auf den Grill legen. Ebenfalls in Alufolie gewickelt gewinnt das edle Gemüse an Eigengeschmack, der in der Marinade oft leider untergeht.

Grillen Fisch Riesengarnelen

Fisch

Warum grillen wir so wenig Fisch? Einige mutige, die es gewagt haben, erzählen schauderhafte Geschichten von zartem Fleisch, dass in Sekunden vor den Augen der Gäste zerbröselt und Eins wird mit der zischenden Grillkohle. Gut, das mag jetzt übertrieben sein, aber grundsätzlich übt Fisch eine gewisse Abschreckung auf den Griller per se aus.
Es gilt zunächst für alle, die keinen eigenen Fischrost ihr eigenen nennen, den Rost gut einzufetten. Das spricht zpar gegen das Kaloriensparen, hilft aber, den Fisch im Ganzen wieder vom Grill auf den Teller zu bekommen. Fische, die von Haus aus weniger Fett enthalten als der Lachs oder Thunfisch sollten in Alufolie gewickelt werden. Das Fleisch trocknet weniger aus und die Gefahr des Auseinanderbrechens ist geringer. Fisch gart schnell, allerdings bei geringerer Temperaturzufuhr. Daher ist es ratsam, ihn immer getrennt vom Fleisch zu grillen. Als Würze eigenen sich neben Salz und Kräutern besonders asiatische Komponenten.

Wer sich etwas Luxus gönnen möchte, der legt eine Garnele auf den Rost, in der eigenen Schale, dann behält sie den Saft. Eine Steigerung liegt nur noch darin, zu der Garnele ein Stück Melone zu braten. Warum nicht die Sterneköche imitieren?

Grillen Gemüse

Die Beilagen

Es ist ja nicht nur das Fleisch, das sich golden an unsere Hüften schmiegt, sondern auch die Beilagen. Allen voran die Salate, kohlehydratreich und mit Mayonnaise abgerundet. Ebenso addieren fertige Saucen zu den Kalorien, die leicht gespart werden können. Mit wenigen Basiszutaten sind die Saucen schnell selbst hergestellt. Dabei kommt es auf das eigenen Gusto an, ob Magerquark oder Saure Sahne hergenommen werden. Mit frischen Kräutern, Senf und einer Prise Salz ist der Dip bereits fertig. Wer am nächsten Tag nicht im direkten Kundenkontakt arbeitet, darf mit Knoblauch und Zwiebeln verschwenderisch umgehen! Noch ein Plus: Diese Sauce enthält keine Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel.
Als Beilage Weißbrot, das auch geröstet werden kann, Saucen und Dips, dazu das Gemüse vom Grill. Wer braucht da noch matschige Salate, die ihren Namen nicht verdienen?

Der Abschluss

Auch der Nachtisch kann vom Grill kommen. Einfach eine Banane auf den Rost legen. Wenn die Schale schwarz wird, ist sie fertig. Oder einige Scheiben Ananas, oder Mango. Dazu eine Kugel Vanilleeis. Ein Sommermärchen.

Wer gerne grillt sorgt mit ein bisschen Experimentierkunst für eine abwechslungsreiche Küche und die Bikinifigur. Außerdem weiß jeder: Wer am Grill steht, schwitzt zweimal: Einmal beim Grillen, einmal beim Saubermachen des Rostes. Weitsicht beweist hier, wer sich ein Zwiebelhälfte aufgehoben hat und damit den Rost einreibt. Selbst hier bewirkt Gemüse wahre Wunder und ist dazu noch antibakteriell. Denn schließlich muss der Rost glänzen, damit er am nächsten Tag wieder zum Einsatz kommen kann. Bleibt zu hoffen, dass der Sommer lange genug anhält, um alle Ideen auszuprobieren!



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